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    November 23

    Good-bye letter

    Schritt um Schritt um Schritt um Schritt...
     
    Ich gehe im Kreis, weil ich auf meine Füße sehe, weil ich Angst habe aufzusehen und dem Leben ins Gesicht zu sehen.
    Ich flüchte mich in eine rhythmische Welt aus Angst der Realität ins Gesicht zu sehen.
    Ich bin Paranoid geworden.
    Menschen verändern sich so lange sie etwas haben, das sie erwarten können,
    so lange sie etwas haben, für das sie Arbeiten können.
    Ich arbeite
     
    Schritt für Schritt für Schritt für Schritt.
     
    Was sich einmal in die Netzhaut eines Menschen eingebrannt hat, wird so schnell nicht vergessen werden
    Am wenigsten das Grauen, welches einen ewig nicht schlafen lässt,
    welches den Menschen auch noch Nachts verfolgt.
     
    Also geht man weiter
    Schritt um Schritt um Schritt um Schritt.
    Also gehe ich weiter.
    Schritt um Schritt um Schritt um Schritt.
     
    Menschen werden nie aufhören einander weh zu tun,
    weil sie Angst haben verletzt zu werden, wenn sie aufsehen,
    weil sie Angst haben verletzt zu werden, wenn sie aufhören weh zu tun.
    Darum lass mich jetzt "Leb wohl" sagen, damit du mir wenigstens nicht die Schuld anlastest,
    dich ohne ein Wort alleine gelassen zu haben.
    Ich hätte so wenigstens etwas gesagt.
     
    Du denkst, die Menschen haben sich auch von mir abgewand, weil ich verletze?
    Ich bin auch ein Mensch und ich gehe auch nur
    Schritt für Schritt für Schritt für Schritt
    und auch ich habe Angst verletzt zu werden, wenn ich aufhöre weh zu tun.
    Das ist das Grauen, was einen in den Schlaf verfolgt.
     
    "Leb wohl."
    November 21

    Rondo eines Gehängten

    首吊りロンド
     
    ... Rondo: eine musikalische Form, bei der sich ein wiederkehrender Formteil sich mit anderen Teilen abwechselt. Das Rondo kann auch für sich alleine stehen, wird aber meist als Satz eines zyklischen Werkes verwendet, kann aber auch virtuoser Schlusssatz für Sonaten oder Solokonzerten sein.
     
     
     
     
     
     
    Irgendwie komme ich mir gerade wie in einem solchen vor. Vieles ist sich so ähnlich und vieles wiederholt sich einfach so, einiges ist beständig, anderes kommt alle paar Jahre mal wieder hoch.
     
    Es kotzt mich an, diese ewigen déjà-vu Grfühle und den Eindruck sich in einem ewig drehenden Kinder-Karusell zu befinden.
     
    Argumente wiederholen sich, Situationen wiederholen sich. Bin ich noch nicht extraordinär genug, um endlich etwas Abwechslung zu bekommen? Etwas anderes als dieses endlose Fang-mich-Spiel?
     
    Es wäre auch schon eine angenehme Abwechslung, würde sich mal ein Rondo in Dur einstellen. Ich habe langsam genug von diesen Moll-Klängen. Und dennoch sind sie das einzige, was ich selber aus meiner Kehle gepresst bekomme, neben Schreien und Beleidigungen.