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    April 20

    Zwischen Vaterliebe und Wahnsinn

    Wie viel Wahnsinn steckt in einem Menschen und wie viel in einem Wesen wie ich es eines bin?
    Wie viel Zeit muss verstreichen, um ein Lebewesen wahnsinnig zu machen und wie viel vergehen, um es wieder zu Verstand bringen?
     
    Ich stand schon so oft vor dem Rand von Verzweiflung und Wahnsinn, von daher habe ich mir solche Fragen schon oft gestellt. Und was soll ich von dem halten, was du mir jetzt bietest, mein Sohn, mein wiedergefundener Sohn? Ich frage mich, ob ich dich hassen oder lieben soll. Dann sehe ich, du bist mein Fleich und Blut, du handelst wie ich aus Affekt und tust nur das, was deine Intuition dir sagt. Etwas anderes habe ich nie getan. Ich liebe deine Mutter, weil ich es spüre. Das ist ein Affekt. Ich liebe dich, weil ich es spüre. Ich sehe nichts falsches daran, auch wenn manch Ahnungsloser mich als Dummkopf bezeichnen möchte, nachdem was du getan hast.
     
    Ich war einmal ein Mensch und es heißt doch nicht umsonst, dass Menschen Dumme Wesen seien. So bin vielleicht auch ich eines. Aber ich sehe, dass du mich als Vater genauso aktzeptierst wie ich dich als meinen Sohn. Manchmal frage ich mich, wie Carol darüber denkt. Dann sehe ich ihr Lächeln, wenn sie dich ansieht und ich weiß: es war richtig, was ich getan habe.
     
    Trotzdem stellst du meine Nerven einmal mehr auf die Probe... Du bandelst doch wirklich mit meinem Alptraum an. Ob du weißt, was er damals getan hat? Weißt du, wie ich mich damals gefühlt habe? Kannst du es dir vorstellen, dir denken? Kannst du es sehen?
     
    Kannst du dir vorstellen was für ein Schizophrenes Gefühl es ist, wenn du von ihm wiederkommst und ich meine Liebe für dich fühle und die Freude darüber, dich wohlauf wiederzuhaben. Im gleichen Moment schlagen Angst und Panik über mir zusammen weil du immer noch etwas von ihm an dir hast, nach ihm riechst, nach ihm schmeckst? Kannst du dir vorstellen wie es ist Angst vor seinem Sohn zu haben, den man liebt? Kannst du dir vorstellen, wie es ist vor Angst vor der Vergangenheit, um seine Famile, seine Frau, seine Liebe, seine Kinder und sich selbst zu bangen und vor Angst einmal mehr halb wahnsinnig zu werden.
     
    Ich sage dir das alles nicht, dafür habe ich viel zu viel Sorge, dich zu verschrecken und noch einmal zu verlieren. Ich möchte dich bei mir und um mich haben, wie meine ganze Familie. Gleichsam frage ich mich, ob er dich mir wegnehmen wird, oder ob du gar willst, dass er bei uns lebt? Ich habe Angst vor dem Tag dieser Entscheidung.
     
    Ich soll mit Vlad unter einem Dach leben? Carol soll mit Vlad unter einem Dach leben?
     
    Oh Naoe, bei Gott was tust du nur?
     
    Ich weiß nur eines: Du bist mein Sohn und ich liebe dich. Du bist mein Fleisch und Blut und alles was du dir von ganzem Herzen wünscht werde ich dir immer erfüllen wollen. Ich vertraue darauf, dass du weißt was gut und richtig ist und ich bin sicher du wirst mich nicht enttäuschen. I
    February 02

    Ein Spielzeug

    In der Tat, diese Menschen sind eine zu traurige Gattung. Sie leben aneinander vorbei und sehen nicht, was für wunderbare Schätze sie passieren. Der Verlust, welchen sie durch diese Tag- und Nachtblindheit erleiden, wird ihnen erst bewusst, wenn sie allein in ihrer Behausung sitzen und ohne Antwort den Sinn des Lebens erfragen.
     
    Aber diese traurigen Wesen haben eine Chance auf Erlösung welche den bittersüßen Namen 'Tod' trägt. Er kommt leise, dunkel wie die Nacht und umarmt dich, kühl und warm zugleich. Eine süße Verheißung, welche alle deine Leiden mit einem Lächeln verjagt. Und doch, wo auch immer er sie mit sich hinnimmt, sie werden dort ebenso einsam wie zuvor sein. Und doch, sie haben dort das Glück der Unwissenheit.
     
    Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen. Ewiger Schlaf in Gottes Schoß soll ihnen helfen, ihre Fragen ohne ein Wort zu beantworten.
     
    Aber was ist mit den Gottlosen, die dieser endlosen Gnade entsagt haben?
     
    Nach so viel Schmerz, so viel Pein dachte ich meiner verdammten Seele wäre bereits jede Gutmütigkeit entzogen worden, sodass ich mich in einem Moment der kindlichen Leichtgläubigkeit der Dunkelheit hingegeben habe. Der Irrglaube, ich hätte den Tod gefunden, hat mich zu einer Todsünde verleitet.
     
    Ich wollte nie seiner Gnade entsagen, nie und doch Angst und Verzweiflung welche sich ganz tief in meinem Herzen, meiner Seele, meiner Brust verankert hatten, haben jeden Verstand in mir abgeschlatet.
     
    Ist dies die gerechte Strafe? An wen auch immer ich mein bereits verlorenes, blutleeres und gepeinigtes Herz erneut vergebe, es würde nie wieder die Wärme, Liebe und Gnade erfahren, an denen es sich zu Lebzeiten erfreute.
     
    Er wird meine hingebungsvolle und blinde Liebe wohl nie würdigen, nie erwiedern. Dafür ist er ein zu sündiger Dämon, der zu vergebens liebt. Doch nicht mich, nicht mich....
     
    Sie wird nie zu mir zurückkehren, denn sie ist an den Ort des Lichts gegangen, wo sie hingehört.
     
    Und wenn ein unreines und hässliches Wesen wie ich, welches dein Licht nicht mal ertragen kann ohne zu verbrennen, welches deine Gnade einfach nicht ertragen kann, noch um irgendetwas bitten darf, dann um das eine Herr....
     
    Gib auf sie acht, sie ist das Schönste und Reinste was meine Augen je erblickten.
     
     
     
    Und Ihr, mein Graf, Asmodeus-sama... Ihr behauptet, ich würde keine Heilung aktzeptieren wollen, keine Liebe und Zuwendung erfahren wollen? Bitte lasst mich Euch sagen, dies ist ein Irrglaube. Die bruchstücke meines gescheiterten Herzens liegen in euren Händen, da Ihr sie aufgesammelt habt. Ohne ein Wort, unfähig zu sprechen, unfähig mich zu rühren um sie selbst aufzusammeln, bittete ich Euch, sie an Euch zu nehmen und sie wieder zusammenzusetzen mit der Liebe nach welcher sie sich sehnen.
     
    Liebe, die ich Euch entgegen bringe, da ihr Euch meiner angenommen habt, mich errettet habt aus Angst und Leid gerade so wie das Licht, welches ich nicht mehr sehen kann.
     
    Ihr gabt mir Hoffnung, als Gegenleistung gab ich euch meine Liebe hin. Auch wenn Bruchstücke dieses Splitterhaufens bereits fortgetragen wurden, was Ihr hier noch seht ist Euer Eigen.
     
    Doch, oh doch, bei allem was mir bleibt und sei es nur ich selbst... Ich verlor diese Bruchstücke meines Herzens an Euch.
     
     Ich liebe euch.